Was passiert gerade bei „Forced Feral“?

mit Arbeiten von:
Stéphane Krust „co-pain“
Ada Hillebrecht „verwurzelt“
Berit Riekemann „no fear“
Minjeong Park „Kaffee-schuhe“ und „Tastatur“
Philipp Michalski & Ole Prietz
Jana Thiel „cabeenet“
Quin McLennan „Moneytree“/“Crassula Ovata“
Martin Reichmann „Gib Seele“/“Hausverbot“
Eunhye Kim „Topf“
Kaori Tomita „(h)ear“
Paul Putzier „Pilzformen“
Seung Hyun Seo „Ein neuer Ort“
Janis Mengel
„Marmelade“
Ruth Rubers „Portrait or landscape?“
Yunna Diao & Siman Chen

Eröffnung: 26.06.2021
Ort: Kunstverein & Stiftung Springhornhof Neuenkirchen
Lageplan der Arbeiten (sobald verfügbar hier anzuklicken)

Forced Feral im Springhornhof

English translation below

Nicht ohne meine Kaffeeschuhe! Und nur mit Muschelschalen voller Marmelade nähern wir uns den Landschaftskunstwerken des Kunstvereins Springhornhof in der Lüneburger Heide. Direktorin Bettina von Dziembowski lud die Studierenden der Klasse Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen von der Hochschule für Künste Bremen nach Neuenkirchen ein, um mit dem Kunstverein und den seit den 1960er Jahren entstandenen und heute rund 40 Werke umfassenden Skulpturen im offenen Landschaftsraum zu arbeiten. Die Corona-Pandemie veränderte alles, die Formen der physischen und sozialen Auseinandersetzung, durchdrang Planung, Umsetzung, Kommunikation und Vermittlung. Die Pandemie wurde zur Bedingung dessen, was wir „Erzwungene Verwilderung“ nennen. 

Aus den normalen, alltäglichen, gewohnten, sozialen und räumlichen Beziehungen heraus gedrängt und in den Sicherheitsbereich von Hygiene- und Abstandsregelungen getrieben zu werden, erzeugte Nebeneffekte, die durch uns hindurchwirkten. Mit wenigen Orten, an die wir gehen konnten, wanderten wir gleichzeitig in die Natur und in virtuelle Konferenzräume. In der Abwesenheit des gewohnten Alltagslebens keimte ein Zustand der Verwilderung auf.

Seit Frühjahr 2020 waren wir regelmäßig vor Ort, trafen uns im Kunstverein und okkupierten das Gastatelier. Wegen Corona durften wir nicht mehr als Gruppe auftreten, stattdessen tauchten einzelne Studierende in die Umgebung ein. Einsinken und sich vertraut machen mit den Orten wurde von der Pandemie mitgestaltet. Aufkommende Wünsche wurden durchdacht und sogar das Zelten im Winter schien eine gute Idee zu sein. Es wurde viel herumgelaufen oder fahrradgefahren und mit den Menschen der Gegend geredet, weil es so viele Dinge gab, von denen wir keine Ahnung hatten: Ortstein, Tiefpflügen, furzende Kühe oder wieder eingewanderte Wölfe. 

Bei unserer Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen konnten wir uns dem Thema mit Pilzesammeln, Verirren, nassen Füßen und schmutzigen Händen, Tinder-Wischen oder Sitzen in Bäumen nähern. Es wurde viel gegraben, vergraben, geklettert und ausgegraben. Entstanden sind 17 neue Werke, die menschliche und nicht-menschliche Beziehungen verweben, Angebote für ein Miteinander schaffen oder Orte neu erschließen. Entlang des Hahnenbachs zwischen Neuenkirchen und Rutenmühle finden sich nun monumentale Betonskulpturen, ein bemalter Baum im Wald, ortsbezogene Performances bis hin zu Foto- und Videoarbeiten oder filigranen 3D-Drucken im Springhornhof selbst.

Die Werke sprechen miteinander und suchen die Aufmerksamkeit der Besucher des Springhornhofs, der Gemeinde Neuenkirchen, der Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Virenwelt, der industrialisierten Felder, der Steine und der schlammigen Begierden. Die künstlerischen Arbeiten werden zu Fäden eines Gewebes und – um bei der Metapher von Donna Haraway zu bleiben – wenn an einem Faden gezogen wird, offenbaren die Verbindungen eine Bewegung im gesamten Gewebe.

Zu sehen sind neue Landschaftskunstwerke und künstlerische Interventionen von Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz. Betreut wird das Projekt von Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen und Monika Zimmermann.

Eröffnung im Springhornhof am Samstag 26. Juni 2021 um 15:00 Uhr mit Performance und Gartenfest

Ausstellung von 27. Juni bis 04. Juli von 14:00 bis 17:00 Uhr, Montag geschlossen

Finissage am Sonntag 04. Juli um 11:00 Uhr mit geführter Radtour zu den Landschaftskunstwerken, anschließend Holzofenbrand und Grillen im Garten.

Kunstverein & Stiftung Springhornhof e.V.
Tiefe Straße 4, 29643 Neuenkirchen (bei Soltau)
Telefon 05195 933963, Web springhornhof.de

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung ist ein Projekt des Kunstvereins Springhornhof e.V. und der Hochschule für Künste Bremen, gefördert durch die Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre und Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.

Anfahrt zum Springhornhof mit Bahn und Fahrrad
Für Samstag den 26.06. :
Hinfahrt
Bremen Hbf ab 12:46 auf Gleis 8 – Visselhövede an 13:30, Zug RB 37
Rückfahrt
Visselhövede ab 18:28 – Bremen Hbf an 19:14, Zug RB 37
Von Visselhövede zum Springhornhof sind es 12km, ca 40min mit dem Fahrrad.

Für Sonntag den 04.07.:
Hinfahrt
Bremen Hbf ab 11:57 – Langwedel an 12:18, Zug NWBRS1 mit Fahrradreservierung, umsteigen in Langwedel ab 13:08 – Visselhövede an 13:30, Zug RB 37
Rückfahrt
Visselhövede ab 18:28 – Langwedel an 18:51, Zug RB37, umsteigen in Langwedel ab 19:38 – Bremen Hbf an 20:01, Zug NWBRS1 mit Fahrradreservierung
Für die sportlichen Menschen: Jede halbe Stunde fährt ein Metronom zwischen Hamburg und Rotenburg Wümme. Von hier sind es 26 km, ca 90 min zum Springhornhof.

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung 

Not without my coffee shoes! And only with clamshells full of jam do we approach the landscape artworks of the Kunstverein Springhornhof in the Lüneburg Heath. Director Bettina von Dziembowski invited the students of the Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen class from the Hochschule für Künste Bremen to Neuenkirchen to work with the Kunstverein and the sculptures in the open landscape space, which have been created since the 1960s and now number around 40 works. The Corona pandemic changed everything, the forms of physical and social engagement, permeated planning, implementation, communication and mediation. The pandemic became the condition of what we call  “Forced Feral”. 

Forced out of the normal, everyday habitual social and spatial relationships and herded into the safety perimeter of lockdown, created side effects that worked through us. With limited places to go, we simultaneously migrated into nature and virtual conference rooms.  In the absence of habitual daily-life a state of feralism sprouted.

Since spring 2020 we were regularly on site, meeting at the Kunstverein and occupying the guest studio. Because of Corona, we were no longer allowed to perform as a group and instead individual students wondered into the surroundings. Sinking in and getting familiar with the environment became co-created by the pandemic, desires sifted and even camping in the winter seemed like a good idea. A lot of walking, cycling and talking to local people took place, as there were many things we had no idea about: Hardpan, deep ploughing, farting cows and re-wilded wolves. 

In our search for starting points and connections, formal sculptural means were of little help. Instead, we could approach it with mushroom picking, getting lost, wet feet and dirty hands, tinder swiping and sitting in trees. There was a lot of digging, burying, climbing and excavating. The result is 17 new works that weave human and non-human relations, create offers for togetherness or open up places in a new way. Along the Hahnenbach between Neuenkirchen and Rutenmühle, you can now find monumental concrete sculptures, a painted tree in the forest, sitespecific performances to photo and video works or filigree 3D prints in the Springhornhof itself.

The works talk and seek attention from one another, the landscape art collection, visitors to Springhornhof, to the community of Neuenkirchen, plant, animal, fungi, virus kingdoms, industrialised fields, stones and muddy desires. The artistic works become threads of a fabric and – to stay with Donna Haraway’s metaphor – when a thread is pulled, the links reveal a movement in the entire fabric.

On view are new landscape artworks and artistic interventions by Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita and Raphael Wutz. The project is supervised by Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen and Monika Zimmermann.

Opening at Springhornhof on Saturday 26 June 2021 at 15:00 with performance and garden party.

Exhibition from 27 June to 04 July from 14:00 to 17:00, closed on Monday 

Finissage on Sunday 04 July at 11:00 with guided bike tour to the landscape artworks, followed by kiln firing and barbecue in the garden.

Kunstverein & Stiftung Springhornhof e.V.
Tiefe Straße 4, 29643 Neuenkirchen (near Soltau)
Phone 05195 933963, Web springhornhof.de

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung is a project of the Kunstverein Springhornhof e.V. and the Hochschule für Künste Bremen, supported by the Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre and Freundeskreis of the Hochschule für Künste Bremen.

 

Ausstellungseröffnung 26.06.2021 um 15:00

Pressetext
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung 
Nicht ohne meine Kaffeeschuhe! Und nur mit Muschelschalen voller Marmelade nähern wir uns den Landschaftskunstwerken des Kunstvereins Springhornhof in der Lüneburger Heide. Direktorin Bettina von Dziembowski lud die Studierenden der Klasse Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen von der Hochschule für Künste Bremen nach Neuenkirchen ein, um mit dem Kunstverein und den seit den 1960er Jahren entstandenen und heute rund 40 Werke umfassenden Skulpturen im offenen Landschaftsraum zu arbeiten. Die Corona-Pandemie veränderte alles, die Formen der physischen und sozialen Auseinandersetzung, durchdrang Planung, Umsetzung, Kommunikation und Vermittlung. Die Pandemie wurde zur Bedingung dessen, was wir „Erzwungene Verwilderung“ nennen. 
Aus den normalen, alltäglichen, gewohnten, sozialen und räumlichen Beziehungen heraus gedrängt und in den Sicherheitsbereich von Hygiene- und Abstandsregelungen getrieben zu werden, erzeugte Nebeneffekte, die durch uns hindurchwirkten. Mit wenigen Orten, an die wir gehen konnten, wanderten wir gleichzeitig in die Natur und in virtuelle Konferenzräume. In der Abwesenheit des gewohnten Alltagslebens keimte ein Zustand der Verwilderung auf.
Seit Frühjahr 2020 waren wir regelmäßig vor Ort, trafen uns im Kunstverein und okkupierten das Gastatelier. Wegen Corona durften wir nicht mehr als Gruppe auftreten, stattdessen tauchten einzelne Studierende in die Umgebung ein. Einsinken und sich vertraut machen mit den Orten wurde von der Pandemie mitgestaltet. Aufkommende Wünsche wurden durchdacht und sogar das Zelten im Winter schien eine gute Idee zu sein. Es wurde viel herumgelaufen oder fahrradgefahren und mit den Menschen der Gegend geredet, weil es so viele Dinge gab, von denen wir keine Ahnung hatten: Ortstein, Tiefpflügen, furzende Kühe oder wieder eingewanderte Wölfe. 
Bei unserer Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen konnten wir uns dem Thema mit Pilzesammeln, Verirren, nassen Füßen und schmutzigen Händen, Tinder-Wischen oder Sitzen in Bäumen nähern. Es wurde viel gegraben, vergraben, geklettert und ausgegraben. Entstanden sind 17 neue Werke, die menschliche und nicht-menschliche Beziehungen verweben, Angebote für ein Miteinander schaffen oder Orte neu erschließen. Entlang des Hahnenbachs zwischen Neuenkirchen und Rutenmühle finden sich nun monumentale Betonskulpturen, ein bemalter Baum im Wald, ortsbezogene Performances bis hin zu Foto- und Videoarbeiten oder filigranen 3D-Drucken im Springhornhof selbst.
Die Werke sprechen miteinander und suchen die Aufmerksamkeit der Besucher des Springhornhofs, der Gemeinde Neuenkirchen, der Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Virenwelt, der industrialisierten Felder, der Steine und der schlammigen Begierden. Die künstlerischen Arbeiten werden zu Fäden eines Gewebes und – um bei der Metapher von Donna Haraway zu bleiben – wenn an einem Faden gezogen wird, offenbaren die Verbindungen eine Bewegung im gesamten Gewebe.
Zu sehen sind neue Landschaftskunstwerke und künstlerische Interventionen von Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz. Betreut wird das Projekt von Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen und Monika Zimmermann.
Eröffnung im Springhornhof am Samstag 26. Juni 2021 um 15:00 Uhr mit Performance und Gartenfest
Ausstellung von 27. Juni bis 04. Juli von 14:00 bis 17:00 Uhr, Montag geschlossen
Finissage am Sonntag 04. Juli um 11:00 Uhr mit geführter Radtour zu den Landschaftskunstwerken, anschließend Holzofenbrand und Grillen im Garten.
Kunstverein & Stiftung Springhornhof e.V.
Tiefe Straße 4, 29643 Neuenkirchen (bei Soltau)
Telefon 05195 933963, Web springhornhof.de
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung ist ein Projekt des Kunstvereins Springhornhof e.V. und der Hochschule für Künste Bremen, gefördert durch die Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre und Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.
Press release
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung 
Not without my coffee shoes! And only with clamshells full of jam do we approach the landscape artworks of the Kunstverein Springhornhof in the Lüneburg Heath. Director Bettina von Dziembowski invited the students of the Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen class from the Hochschule für Künste Bremen to Neuenkirchen to work with the Kunstverein and the sculptures in the open landscape space, which have been created since the 1960s and now number around 40 works. The Corona pandemic changed everything, the forms of physical and social engagement, permeated planning, implementation, communication and mediation. The pandemic became the condition of what we call  “Forced Feral”. 
Forced out of the normal, everyday habitual social and spatial relationships and herded into the safety perimeter of lockdown, created side effects that worked through us. With limited places to go, we simultaneously migrated into nature and virtual conference rooms.  In the absence of habitual daily-life a state of feralism sprouted.
Since spring 2020 we were regularly on site, meeting at the Kunstverein and occupying the guest studio. Because of Corona, we were no longer allowed to perform as a group and instead individual students wondered into the surroundings. Sinking in and getting familiar with the environment became co-created by the pandemic, desires sifted and even camping in the winter seemed like a good idea. A lot of walking, cycling and talking to local people took place, as there were many things we had no idea about: Hardpan, deep ploughing, farting cows and re-wilded wolves. 
In our search for starting points and connections, formal sculptural means were of little help. Instead, we could approach it with mushroom picking, getting lost, wet feet and dirty hands, tinder swiping and sitting in trees. There was a lot of digging, burying, climbing and excavating. The result is 17 new works that weave human and non-human relations, create offers for togetherness or open up places in a new way. Along the Hahnenbach between Neuenkirchen and Rutenmühle, you can now find monumental concrete sculptures, a painted tree in the forest, sitespecific performances to photo and video works or filigree 3D prints in the Springhornhof itself.
The works talk and seek attention from one another, the landscape art collection, visitors to Springhornhof, to the community of Neuenkirchen, plant, animal, fungi, virus kingdoms, industrialised fields, stones and muddy desires. The artistic works become threads of a fabric and – to stay with Donna Haraway’s metaphor – when a thread is pulled, the links reveal a movement in the entire fabric.
On view are new landscape artworks and artistic interventions by Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita and Raphael Wutz. The project is supervised by Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen and Monika Zimmermann.
Opening at Springhornhof on Saturday 26 June 2021 at 15:00 with performance and garden party.
Exhibition from 27 June to 04 July from 14:00 to 17:00, closed on Monday 
Finissage on Sunday 04 July at 11:00 with guided bike tour to the landscape artworks, followed by kiln firing and barbecue in the garden.
Kunstverein & Stiftung Springhornhof e.V.
Tiefe Straße 4, 29643 Neuenkirchen (near Soltau)
Phone 05195 933963, Web springhornhof.de
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung is a project of the Kunstverein Springhornhof e.V. and the Hochschule für Künste Bremen, supported by the Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre and Freundeskreis of the Hochschule für Künste Bremen.

Martin Reichmann „dystopische Ahnungen / tactical dancefloor“ 16.06.2021

Die spezifische Form einer oft paar- oder gruppenweise auftretenden Lautsprecheranlage der englischen Firma Funktion One ist in einem untypischen Material nachgeformt und so skulptural übersetzt.
Die professionellen Boxentürme (genannt Dancestacks) für den Festival- und Nachtclubeinsatz sind gewöhnlich aus leichtem Holz und Kunststoff gefertigt.
Die Nachbauten hingegen stehen schwer und stumm wie Monolithen einer vergessenen Zeit im Wald, dem Verfall ausgeliefert.
Die ursprüngliche Funktion des Originals wird in der Skulptur aufgehoben und ad absurdum geführt. Die dilettantisch ausgeführte, aber gleichwohl ikonische Form bleibt erhalten.
Dem nackten Beton haftet eine geheimnisvolle Aura an, die Assoziationen an industrielle oder militärische Architektur miteinschließt. Die offene Materialität und sich wiederholenden Formen erinnern darüber hinaus an die Sprache des Brutalismus. Eine Ahnung von Geschichte wird evoziert, die imaginären Möglichkeiten, die einem ruinenartigen Relikt innewohnen bekommen einen Raum zum Tanzen.

measures:
2x  ca.: Höhe: 2600mm Breite: 1300 Länge: 1500mm

Janis Mengel „Titel: jesse_003.obj“ 10.06.2021

Mit den Händen formen. Ganz in Ruhe jeden einzelnen Punkt einer Figur untersuchen, sie aufteilen in tausende kleine geometrische Formen, und sich die Zeit nehmen um alles wieder zu einem großen Ganzen zusammen zu setzen. Fehler finden und Ausbessern, bis es nicht mehr geht.

Alles fängt mit einem menschlichen Körper an. Keine Kleidung, kein Schmuck, keine Tätowierungen; nichts, was Rückschlüsse auf Herkunft oder sozialen Stand erlaubt. Ein Grundgerüst, immer gleich im Aufbau, trotzdem jedes mal ein bisschen anders. Es tut gut, einen Startpunkt zu haben. Eine Form, die nach bestimmten Regeln funktioniert, die Generationen vor mir als Motiv nutzten und über Jahrtausende an ihrer Darstellung feilten.

Die Fähigkeit zu erlernen, einen menschlichen Körper stimmig und fehlerfrei nachzubilden kostet Jahre. Oder einen 3D-Scanner.

Zur Zeit ist es schwierig bis unmöglich Aktzeichen oder -modellierkurse zu besuchen, deshalb wird eine Fotoserie aus dem Internet herhalten müssen. Die formgebende Arbeit lasse ich vom Computer übernehmen. Ein Programm wird mit einer Reihe von 20 Fotos eines Aktmodelles in klassischer Pose gespeist. Nach mehreren Stunden Rechenzeit ist daraus ein dreidimesionale Struktur entstanden. Diese drucke ich mir Vorlage.

Nun beginnt der beste Teil meiner Arbeit. Ich baue ein stützendes Gerüst, lege ein Raster an, messe jeden Punkt des Modells aus und übertrage die mir vorgegebene Form in eine Tonfigur. Es ist eine entspannte, fast meditative Art des Arbeitens. Die Form steht fest, alles ist messbar. Kügelchen für Kügelchen trage ich nun auf, einen Punkt nach dem Anderen greife ich mit dem Zirkel ab, skaliere ihn auf die zehnfache Größe und lege ihn im Ton an.

Stunden, Tagen, Wochen arbeite ich so. Als sie endlich fertig ist, gieße ich die mittlerweile mehr als 200 Kg schwere Tonfigur, die mitten in meinem Wohnzimmer steht, in Gips ab, um eine beständige Form zu haben.

Nach einem mühsamen Transport nach Bremen und dem Ausbessern einiger Macken wird die 1,90m große Gipsfigur nun vom 26.6. bis 5.7. im Ausstellungsraum des Kunstvereins Springhornhof zu sehen sein.

Stéphane Krust „Co-pain“ 10.06.2021

In french the word “copain” (friend) means to eat the bread together.
Imagine kneading the bread dough, seeing the leaven taking shape, swells up, baking the breads, together take out the batch, in open air takes place the greedy meeting, what better than to split the bread when it’s warm, share it fast!

Auf Französische das Wort „copain“ (Freund) bedeutet, gemeinsam das Brot zu essen. Stellen Sie sich vor, zusammen den Brotteig zu kneten, zu sehen, wie der Sauerteig Form annimmt, aufquillt, die Brote zu backen, gemeinsam den Stapel herauszunehmen, unter freiem Himmel findet das gierige Treffen statt, schön warme Brot zu teilen.
Dimension : 350x450cm
Technique : Acryl auf Leinwand

Monjeong Park „Tasten“ 09.06.2021

Die Natur würde wahrscheinlich gerne „Esc, F5 und
Del“ drücken, wenn Sie könnte.
Deswegen wird die Taste in Natur erstellt und warten wir, wie die Natur
reagiert.
Material : Erde, Beton
Größe: H: 50cm B:1m T:1m
Standort : 53°02’14.4″N 9°41’06.8″E,  53°02’11.4″N 9°39’54.1″E
Dauer der Austellung : bis die Tastatur verschwindet


 

Ada Hillebrecht „verwurzelt“ 21.04.2021

mittlerewile erreichen mich eingrabungserfahrungen. danke jana, ruth, ingo, yunna und siman! ich feue mich, die verschieden beiträge zu sehen und merke, dass wirklich jede und jeder andere eindrücke mitnimmt und mit unterschiedlichen vorüberlegungen an die sache rangeht. das finde ich prima, denn für mich ist das verwurzelt sein, dieser komische zustand, den man erreicht, wenn man sich knöcheltief einbuddelt auch etwas ganz ambivalentes. „Ada Hillebrecht „verwurzelt“ 21.04.2021“ weiterlesen

Philipp Michalski & Ole Prietz „Chrome“ 14.04.2021

In dieser Arbeit interessiert uns die Verschiebung von räumlichen Realitäten.
Das Urbane wir in den ländlichen Kontext transferiert. Wir betrachten den
Wald nicht als Spaziergänger, sondern nähern uns dem Ruralen mit der Logik
eines Graffitisprayers, indem wir uns einen großen Baum an prominenter Stelle für unsere Aktion auswählen. Der skulpturale Aspekt der Arbeit steht dabei gleichberechtigt neben der performativen Geste, des Sprühens an sich, welche durch die Videodokumentation festgehalten wird.
Im geplanten Malkurs werden, durch die Auseinandersetzung mit Graffiti und
Landschaftsmalerei, zwei Genres der Kunst zusammengebracht, die ihr
Kunstverständnis aus sehr verschiedenen Kriterien entwickeln
Unsere Motivation für diese Arbeit ist es zum einen, uns den logistischen und
praktischen Problemen, zu stellen, die sich durch die Dimension einer solchen Arbeit ergeben und diese zu bewältigen.
Zum anderen reizt uns an diesem Projekt die Verwebung verschiedener Medien miteinander. So wird die Arbeit sich aus der skulpturalen Komponente des besprühten Baumes, der Videodokumention, als auch durch die Erfahrungen mit den Teilnehmer*innen des Malkurses zusammensetzen.

Stéphane Krust „co-pain“ 07.04.2021

Springhornhof project 2021 – “co – pain” Stéphane Krust

kstephane@hfk-bremen.de

In french the word “copain” (friend) means to eat the bread together.

I want to draw communal bakery, shared bread oven, backhouses…


Imagine kneading the bread dough, seeing the leaven taking shape, swells up, baking the breads, together take out the batch, in open air takes place the greedy meeting, what better than to split the bread when it’s warm, share it fast!

For the Springhornhof art project I would like to propose a series of drawings of backhouses, ovens pictures scattered all around the city. For an aesthetic research of this traditional object, designs playing the surroundings. Waiting to fire.

Presentation
-can be exhibited as a Series of Drawing (painted photographs, see examples) in the gallery of the Kunst Ferein
can be displayed in the street on billboards
a life-size drawing can be made on site

 

 

 

Minjeong Park „Tastatur“ 26.02.2021

„Tastatur“
Ich möchte der Natur  eine Chance geben, um eine Nachricht zu schicken.

Projecktbeschreibung :  die große Tasten bauen
Material : Erde, Beton
Größe: H: 50cm B:1m T:1m
Standort : Nähe von Hahnenbach (Fluss) in Springhornhof
Dauer der Austellung : bis die Tastatur verschwindet

Minjeong Park „Kaffee-schuhe“ 26.02.2021

„Kaffee-schuhe“

Projecktbeschreibung : Video mit Kaffee-schuhe, Fußabdrucken und Topfplanze in Quarantäne
Material : Kaffee-schuhe, Blumentopf, freischhaltfolie
Woher kommt die Idee : Corona Pandemie, Lockdown, Quarantäne

Was motiviert dich, diese Arbeit umzusetzen : Viele der Veränderungen, die aufgrund von Corona auftreten, beeinträchtigen das tägliche Leben und erschweren es.

Martin Reichmann „Gib Seele“ / „Hausverbot“ 22.02.2021

„Gib Seele“/“Hausverbot“Projektbeschreibung:
DanceStacks als Betonskulpturen stehen im Wald und erinnern an Feierkultur und Weltuntergang


Material:
Beton, Stahl
Größe: 18,5cm an guten Tagen / zwei mal 130 x 160 x 140
Standort: Lüneburger Heide
Dauer der Ausstellung: Unbegrenzt (hoffentlich)

Ich mag Tanzen und laute Musik und Beton und so und bin voll sad grad wegen Gesamtsituation
Die Clubs sind tot, lang lebe der Rave!

Ada Hillebrecht „verwurzelt“ 12.02.2021


„verwurzelt“

Projektbeschreibung:
wie fühlt es sich an verwurzelt zu sein? ist es standfest, einschränkend, kitzelt es? an welchem ort verwurzelt man? wie ist der blick von dort aus? wie wird geblickt?
einzelne menschen werden eingeladen, ihre füße an von ihnen ausgewählten orten einzugraben um antworten auf diese fragen zu finden und ihre erlebnisse zu teilen.
die erfahrungen werden in einem virtuellen archiv zusammengetragen und im springhornhof ausgestellt.

Material:
performance, website (foto, video, text)
Größe:
performancedauer: jeweils 15 minuten
Standort:
20cm tief
Dauer der Ausstellung:
permanent im erfahrungs-archiv
Woher kommt die Idee:
im springhornhof existieren verschiedene arbeiten innerhalb einer landschaft. besuchende betrachten diese arbeiten immer in zusammenhang mit der landschaft. wie wir etwas betrachten hängt maßgeblich vom ausgangspunkt der betrachtung ab.
was, wenn dieser aussichtspunkt fest ist? ich möchte eine möglichkeit geben, in der landschaft zu sein, vielleicht teil davon zu werden und sie durch einen gelenkten blick intensiv wahrzunehmen.
Was motiviert dich, diese Arbeit umzusetzen:

diese arbeit kann halt geben, kann befreiend sein, kann zugehörigkeit in gemeinsamer erfahrung schaffen. sie ermöglicht eine auseinandersetzung mit sich selbst in der landschaft.

Quin Maclennan „Moneytree“/“Crassula Ovata“ 11.02.2021

Titel der Arbeit
Moneytree/ Crassula Ovata

Projektbeschreibung
In meinem Projekt geht es um die Erforschung der Beziehung zwischen den Wohnräumen der Menschen und der Natur. Über die Zeit habe ich mich gefragt wie ich von meinem Wohnraum aus eine Verbindung zu anderen und zu einem anderen Ort schaffen kann und festgestellt, dass ein Fragment der Natur auf meinem Fensterbrett sitzt. Die „Crassula Ovata“ hat mich begleitet seitdem ich in Deutschland wohne und symbolisiert Umzug, Glück und Reichtum.
Material
Britische 1 Pfund Münzen (Nickel-Messing: 70% Kupfer, 5,5% Nickel, 24,5% Zink)
(Kupfer oder Bronze)

Größe
Unter 50 cm

Standort
Springhornhof 
Galerie

Janis Mengel „o.T.“ 10.02.2021

Computerberechnete Skulptur wird handwerklich umgesetzt; Aus Fotos eines Aktmodells wird von einem Programm ein 3D Modell erstellt und ausgedruckt. Dann wird die Form stark vergrößert in Ton modelliert und in Gips abgegossen.

Geplanter Standort: Innenbereich Galerie Springhornhof

Philipp Michalski & Ole Prietz 01.02.2021

Ein toter Baum im Wald wir komplett mit Chromelack eingesprüht.
Der Prozess wir gefilmt und in der Ästhetik eines Graffiti-Films dokumentiert.
Während der Projektdauer wird die Veränderung des Baums innerhalb seiner Umgebung immer wieder fotografisch festgehalten. Während der Vernissage möchten wir den Besucher*innen unsere Arbeit, im Rahmen eines Malkurses, näher bringen.
Größe: 12 Meter, Standort: 53.04062689116279, 9.653913779640027Unser Projekt ist zu sehen ab 14.02.2021
Mögliche Titel:
– Katharina Grosse? Ist uns zu bunt.
– 2 Guys 1 Scaffolding
– 3600ml Chrome
– „das sind ja nett aus, aber was soll das?“

„adding another tone to the scheme“ Philipp Michalski und Ole Prietz

Auf einer Waldlichtung steht ein toter Baum. Es glänzt und blitzt, als sei ein Streifen Licht in den Wald gestellt worden. In ihrer kollaborativen Arbeit haben Ole Prietz und Philipp Michalski einen Baum mit Chromelack angesprüht und den Prozess in der Ästhetik eines Graffitifilms dokumentiert. Die beiden Künstler interessieren sich in ihrer Position für die räumliche Verschiebung urbanerKulturpraxis in rurale Kontexte. Der Wald wird nicht mit dem Verständnis eines Spaziergängers oder Försters begangen, sonder mit der Logik eines Graffitisprayers. Welcher Platz bietet eine gute Sichtbarkeit? Wie groß und wie hoch kann man maximal arbeiten? Die Deplatzierung manifestiert sich in der Erscheinung der Arbeit. Beim unachtsamen vorübergehen auf dem Weg leicht übersehbar, wird der Zog der Arbeit immer größer je genauer man hinschaut und desto näher man herantritt. Der Baum wirkt künstlich, fehl am Platz, wie eine Verzerrung in der Landschaft, die sich erst beim genaueren betrachten entschlüsselt.