IS ‚IT‘ TOPPLING YET?

8. Oktober 2021 - Ingo Vetter

Arts & cultural presence, in the seeding post-colonial realities.

A discussion series, to explore arts & cultural practices that respond to history, legacy and ongoing reality of colonisation.  To ask questions on; how do we begin to decolonise, when coloniality is like the very air we breathe?  What processes punch holes in colonial structures? How can arts and cultural practices seed post-colonial realities?

The series will be approached in the form of community story-telling, where specific social and spatial relations will be brought to the group.  As a resident of Bristol City UK we will look at relevant recent events that have taken place here and also I will present aspects of current work ‘Association of Unknown Shores’ a collaborative artist platform that explores the entanglement between Iqaluit Nunavut and Bristol City UK through the 16th century  exploitation voyages of Martin Frobisher.

The first in the series will be:
October 20, 2021, 10.30-12.30pm ~ Statue Toppling & Rock Carrying.

 
Statue Toppling
On 7th June 2020 during a BLM Bristol City protest in the wake of George Floyd’s public murder, the statue of Edward Colston (A known merchant slaver) is toppled off the plinth, dragged through the city streets and thrown into the City’s docks by protestors. This action looked like a improvised performance/ritual event, as the news spread through the city we danced in kitchens and streets high on the fumes of uprising and wild relief. For a moment I thought the Council might carry on the peoples actions and pull the statue to the sea… this did not happen. Currently people involved are being sentenced to prison.


Rock Carry
In June 2019 artist Angela Piccini and I carried a piece of rock that had been stolen from Iqaluit Nunavut in 1578, in an English attempt to extract gold from the rock. The rock was in fact worthless of gold and 100’s of tons were dumped in Dartford town and used by local builders.  In 2019 we took fallen pieces from a wall in Dartford and carried it, handled it and put it at the centre of conversations and a journey to Nunavut.  The experience grew into a process of improvised repatriation. The rock was finally handed to Janet Pitsiulaaq Brewster artist, Mayor and head of the Nunavut Arts and crafts Association.  This presentation will look at this event in the context of how post-colonial realties are socially manifested.


Bremen Sites
We will move our attention locally, to current work taking place in Bremen in relation to decolonisation and visit local sites of colonial relations. First stop ‘the Elephant’.

Programm Oktober 2021

22. September 2021 - Ingo Vetter

Klasse Kayle Brandon, Ruth Rubers & Ingo Vetter
Endlich wieder Präsenz! Nach dem umfangreichen Gruppenprojekt des letzten Jahres, wollen wir dieses Semester den Fokus auf die individuelle Arbeit und die Entwicklung eurer Portfolios legen. Ein Kunst am Bau bzw. Kunst im öffentlichen Raum Projekt ist in Vorbereitung und wird uns am Rande beschäftigen. Kayle kann wieder aus Bristol anreisen und hat einige Lektürevorschläge für die Klasse.

Einzelgespräche
Jede/r sollte mindestens einen Termin bei Kayle und/oder Ingo buchen. Bereitet die Einzelgespräche bitte vor! Schickt uns spätestens einen Tag vor dem Gespräch Bilder und Videos von, oder eventuelle Texte zu den Arbeiten, die ihr besprechen wollt. Natürlich könnt ihr auch Skizzen und Beschreibungen von geplanten Arbeiten schicken.

Plenum
Im Plenum geht es um die Präsentation eurer Arbeiten und das Sprechen über Kunst. Präsentationsformen, Portfolios und Kommunikation werden die Themen in diesem Semester sein.

Woche 39
Montag 27.09.2021 und Dienstag 28.09.2021
09:00 bis 16:00 Auditorium: Hochschulöffentliche Anhörungen zum Berufungsverfahren Stiftungsprofessur „Design and the Future“

Woche 40
Montag 04.10.2021
10:00 Auditorium: Erstsemesterbegrüßung
Dienstag 05.10.2021
12:00 Metallgusswerkstatt: Begrüßung der Freien Kunst
anschließend Klassenvorstellungen für die Erstsemester
Mittwoch 06.10.2021
Klassenvorstellungen für die Erstsemester
14:00 bei uns
Donnerstag 07.10.2021

Werkstattvorstellungen für die Erstsemester
10:00 – 13:00 Raum 1.15.070: Erstes Plenum für alle Studierenden der Klasse

Woche 41
Dienstag 12.10.2021
Individual talks with Ingo on Teams or at HfK:
10:00 Angela
11:00 Ruoxin
Ingo: 13:00 Dekanat
Mittwoch 13.10.2021
Ingo: 10:00 Studiengangskommission Freie Kunst
Individual talks with Ingo on Teams or at HfK:
13:30 Laura
Donnerstag 14.10.2021
09:00 – 18:00 Online Anhörungen Berufungsverfahren Professur Fotografie
10:00 – 13:00 Raum 1.15.070: Plenum mit Ingo
Freitag 15.10.2021

09:00 – 18:00 Online Anhörungen Berufungsverfahren Professur Fotografie

Woche 42
Montag 18.10. bis Freitag 22.10.2021 ist Kayle in Bremen mit gesondertem Programm
Montag 18.10.2021
10:30 Meeting at HfK and excursion to Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen
Visiting works /reflections on Forced Feral/finding mushrooms
Dienstag 19.10.2021
Individual talks with Kayle at HfK:
10:00 Minjeong
11:00 Kaori
12:00 Ruoxin
14:00 Alexander
15:00 _______
16:00 _______
Mittwoch 20.10.2021
10:30 – 12:30 Raum 1.15.070: Is ‚IT‘ toppling yet?
A discussion series, to explore arts & cultural practices that respond to history, legacy and ongoing reality of colonisation.
14:00 – 17:30 Visit to Bremen sites – beginning at The Elephant & Namibia Memorial
Evening class drinks
Donnerstag 21.10.2021
10:00 – 13:00 Raum 1.15.070: Plenum with Kayle
Individual talks with Kayle at HfK:
14:00 Marie
15:00 Raphael
16:30 Berit
Freitag 22.10.2021
Individual talks with Kayle at HfK:
10:30 Quin
11:30 _______
13:00 Ole

Woche 43
Dienstag 26.10.2021
Individual talks with Ingo at HfK:
10:00 Minjeong
11:00 Paul
Ingo: 13:00 Dekanat
Mittwoch 27.10.2021
Individual talks with Ingo at HfK:
11:00 Marie
Ingo: 14:00 Fachbereichsrat
Donnerstag 28.10.2021

10:00 – 13:00 Raum 1.15.070: Plenum mit Ingo
Individual talks with Ingo at HfK:
15:00 Ruoxin

Hier gibt es den vorläufigen Plan für das ganze Wintersemester 2021-22

Forced Feral im Taubenheim, Open Space Domshof

18. Juli 2021 - Ingo Vetter

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung 

Nicht ohne meine Kaffeeschuhe! Und nur mit Muschelschalen voller Marmelade waren die Reaktionen der Studierenden der Klasse Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen von der Hochschule für Künste Bremen auf die Einladung, mit der Sammlung von Landschaftskunstwerken des Kunstvereins Springhornhof in der Lüneburger Heide zu arbeiten. Die Corona-Pandemie veränderte alles, die Formen der physischen und sozialen Auseinandersetzung, durchdrang Planung, Umsetzung, Kommunikation und Vermittlung. Die Pandemie wurde zur Bedingung dessen, was wir „Erzwungene Verwilderung“ nennen. 

Aus den normalen, alltäglichen, gewohnten, sozialen und räumlichen Beziehungen heraus gedrängt und in den Sicherheitsbereich von Hygiene- und Abstandsregelungen getrieben zu werden, erzeugte Nebeneffekte, die durch uns hindurchwirkten. Mit wenigen Orten, an die wir gehen konnten, wanderten wir gleichzeitig in die Natur und in virtuelle Konferenzräume. In der Abwesenheit des gewohnten Alltagslebens keimte ein Zustand der Verwilderung auf.

Seit Frühjahr 2020 waren wir regelmäßig vor Ort, trafen uns im Kunstverein und okkupierten das Gastatelier. Wegen Corona durften wir nicht mehr als Gruppe auftreten, stattdessen tauchten einzelne Studierende in die Umgebung ein. Einsinken und sich vertraut machen mit den Orten wurde von der Pandemie mitgestaltet. Aufkommende Wünsche wurden durchdacht und sogar das Zelten im Winter schien eine gute Idee zu sein. Es wurde viel herumgelaufen oder fahrradgefahren und mit den Menschen der Gegend geredet, weil es so viele Dinge gab, von denen wir keine Ahnung hatten: Ortstein, Tiefpflügen, furzende Kühe oder wieder eingewanderte Wölfe. 

Bei unserer Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen konnten wir uns dem Thema mit Pilzesammeln, Verirren, nassen Füßen und schmutzigen Händen, Tinder-Wischen oder Sitzen in Bäumen nähern. Es wurde viel gegraben, vergraben, geklettert und ausgegraben. Entstanden sind 10 neue Werke in der offenen Landschaft, von monumentalen Betonskulpturen bis zur kleinen Kimchi-Hütte und weitere 12 neue Arbeiten für den Ausstellungsraum. 

Für die Präsentation im Taubenheim des Open Space zeigen wir großformatige Bilder der Landschaftskunstwerke sowie die „Non-Site“ Werke, also Arbeiten, die ihren Ausgangspunkt in der Landschaft haben, jedoch für eine Repräsentation im Ausstellungsraum entwickelt wurden: Performances, Skulpturen, Foto- und Videoarbeiten oder filigrane 3D-Drucke.

Zu sehen sind neue Landschaftskunstwerke und künstlerische Interventionen von Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz.

Betreut wird das Projekt von Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen und Monika Zimmermann.

Silent Opening im Taubenheim des Open Space Domshof am Dienstag 20. Juli 2021 um 12:00 Uhr mit Kimchi-Brötchen Performance

Ausstellung von 20. Juli bis 24. Juli 2021, Öffnungszeiten Dienstag und Mittwoch von 12:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag bis Samstag von 10:00 bis 19:00 Uhr.

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung ist ein Projekt des Kunstvereins Springhornhof e.V. und der Hochschule für Künste Bremen, gefördert durch die Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre und Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.

Kayle Brandon als Lehrvertretung in der Klasse

21. August 2020 - Ingo Vetter

Während meiner Amtszeit als Dekan wird es eine 50% Lehrvertretung in der Betreuung der Klasse geben. Ab dem Wintersemester 2020/21 wird Kayle Brandon, Künstlerin aus Bristol, diese Aufgabe übernehmen und eine Woche im Monat eine Blockveranstaltung anbieten. Termine werden auf dem Kalender angekündigt. Die übrigen Wochen werde ich wie gewohnt Plenum und Einzelgespräche anbieten.

Hier ein Artist-Statement:

Kayle Brandon is a inter-disciplinary artist situated in the public-social domain and working in regular collaboration and participation with other artists, communities and audiences. Her practice is process-led and centred in art and activism’s potential to create autonomous explorations into social and spatial relations that influence experiences of place and identity. Works often focus on interests in post-coloniality, social justice, open-source, ecology, interspecies relations and spaces of urban and natural entanglement.  Mediums include; performance, live events, time-based media, sculpture, drawing and writing.
Currently Brandon is working with Angela Piccini and other artists on a platform called Association of Unknown Shores, which involves artists, organisations, and communities based in Bristol UK and Iqaluit Nunavut to address the colonial legacies that continue to force the two places together. Their current work-in-progress, Our Sceptre, is a collaboration with Cleo Lake (artist and former Deputy Lord Mayor of Bristol) and Janet Pitsiulaaq Brewster (artist and Deputy Mayor of Iqaluit).

More information: http://irational.org/kayle/