Hochschultage 2012

2. Februar 2012 - Paula Hurtado

Hochschultage 2012
Atelier Klasse Ingo Vetter
Raum 1.15.070

Als Professor ist dies mein erstes Semester an der HfK Bremen und erst seit Anfang Januar 2012 bin ich vollzeit an der Hochschule tätig. Neben einer Exkursion zur Istanbul Biennale und einem Kurs mit der Berliner Künstlerin Heike Bollig konnten wir als Klasse noch nicht viel gemeinsam entwickeln.

Einen Ausblick auf dieses gemeinsame Arbeiten geben die beiden hier präsentierten Werke zur Jagd. Mitte Januar nahmen wir als Treiber an einer Drückjagd in Schwanewede teil und fotografierten bzw. filmten ausgiebig. Unser Interesse war der Umgang von Menschen und Tieren, wie die Hunde mit den Jägern zusammenarbeiten, wie das Wild erlegt und gesammelt wird, vor allem aber das Aufbrechen des Wildes. Die direkte Entnahme der Innereien und Gedärme ist notwendig, um das Fleisch für den Verzehr zu erhalten. Aus künstlerischer Sicht interessierte uns jedoch mehr die Ästhetik und unmittelbare Arbeit mit den Tierkörpern. Die Bilder sind drastisch aber als Jagdbilder ein klassisches Thema der Kunst.

I Jung Lim ist im ersten Semester und zeigt ein Arrangement von Zeichnungen, die als Arbeitsskizzen für den Video dienten. Hier werden die Jagdszenen eingewoben in ein sehr persönliches Universum von Bilder und in den Rückwärtsszenen am Ende fügt das Messer die zerstückelten Körper wieder zusammen.

Mei-Shiu Winde-Liu ist im 9. Semester und zeigt zwei Werke. Die Fotoserie vom Aufbrechen des Wildes sucht nach Unmittelbarkeit und Schönheit in dieser Situation. Die zweite Arbeit „Archiv der Erinnerung (a.b.c.)“ besteht aus mehreren geschmolzenen Glasblöcken, die auf dem Boden arrangiert sind. Eine dritte Arbeit befindet sich in der Galerie Flut.

Lu Nguyen hatte gerade ihre Diplomprüfung und zeigt eine ihrer Abschlussarbeiten. Die Videoinstallation „Gebrochene Säule 2“ besteht aus einem Kulissenelement zusammen mit einem Re-enactment von Frida Kahlos gleichnamigen Gemälde von 1944. Das Gemälde wird als Videosequenz animiert, ein Tableau vivant, welches das Motiv in Relation zur historischen Distanz hinterfragt. Weitere Arbeiten sind in den Räumen der Klasse Jean-François Guiton zu sehen.

Ingrid Ogenstedt kam nach ihrem Bachelor an der Umeå Academy of Fine Arts an die HfK Bremen. Sie zeigt großformatige Zeichnungen von nicht vollendeten Baustellen in Moldavien. Die Präzision der Zeichnung ist eine Mischung aus architektonischer Planvorlage und archäologischer Dokumentation. Die abgebildeten Bauruinen wirken eher wie Prototypen oder Wunschhäuser, als dass sie die konkrete Ergebnisse eines ökonomischen Dilemmas darstellen.

Mattis Lühmann ist im ersten Semester und hat eine ganze Wand mit seinen Gemälden gehängt. Dabei gibt es einige zentrale Bilder mit einer Unzahl von Gesichtern und bedeutungsschweren Hintergrundelementen. Darum gruppieren sich andere aktuelle sowie ältere Werke und insgesamt wird ein Feld von Verweisen gezeigt – eine Arbeitssituation.

 

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